5.7.09

Createure des Monats

Als führendes Tourismus-Marketing-Watchblog empfiehlt Shrip's Inn der Firma Pegasus ("Der einfachste Weg nach Istanbul zum fliegen"), mal einen Blick auf die ausgeklügelte Marketing-Strategie des Reisebüros Titanic.

Die Dependance der Tourismus-Experten an der Casting Alley wirbt jüngst mit handgefertigten Plakaten für "Sarkozy 108,02€", "Putin 185,60€" und hat sogar


im Angebot. Außerdem bietet das alternative Reisebüro aufregende Trips "nach Transylvanien zum Blutspenden". Eine perfekt auf die target group abgestimmte Werbung!

29.6.09

Zumindest gut


Kreativausbruch vor einer Kreuzberger Kirche

Retter Gott jetzt in vielen bunten Sorten: "Erbarmung", "Ermutigung", "Versöhnung", "Liebe"...

Zweites Futur bei Sonnenaufgang

Einmal Kotti to Istanbul

Der Kotti! Nicht nur Verkehrs- und Suchtknotenpunkt, sondern auch unerschöpfliche Quelle der besten NPAds (non-professional advertisements), wie dieser hier. Jetzt macht ein neues Plakat Furore:



Toll, denkt sich der Plakatbetrachter, das ist ja wirklich wohl "der leichteste Weg nach Istanbul zum fliegen"! Links daneben steht, wie's funktioniert: Erst nach Istanbul, dann nach Sabiha Gökcen.

Aber - Moment mal... das ist doch auch in Istanbul, nur eben am Flughafen! Der heißt Sabiha Gökcen, nach der am 22. März 1913 geborenen und 22. März 2001 verstorbenen ersten weiblichen Kampfpilotin weltweit, einem der acht adoptierten Kinder Atatürks. Dit weiß ja jeder Wiki!

Also: Zu früh gefreut, in Istanbul ist Endstation.

Das obige Plakat war übrigens nur der Pilot der Plakatserie. Die anderen Pegasus-Ads am Kotti sehen nämlich aus wie hier unten. Das verwirrt zwar immer noch, aber dafür war's im Lektorat:


27.6.09

Black or White?

Das ist ja alles schon kompliziert mit den Hautfarben und der political correctness. In ihrem Nachruf auf Michael Jackson meinten gestern die Tagesthemen, der Popstar sei zwar zunehmend erbleicht, dennoch wäre ja niemals zu erwarten gewesen, dass mal ein Schwarzer der „größte Superstar aller Zeiten“ würde.

Dieses elegant zurechtgezimmerte Fazit fungierte zugleich als Brücke zum nun an zweite Stelle verschobenen Treffen von Merkel und Obama („Obama mag Merkel doch“): Michael Jackson – mal schwarz, jetzt weißer – Obama – auch schwarz, weil nicht ganz weiß! Tatsache!

Gut, die beiden sind recht unterschiedlich schattiert und nicht "schwarz" im eigentlichen Sinne...aber für so'ne Nachrichtensendung allemal eine brauchbare Überleitung. Dachte man.

Und dann machte die Nachrichtensprecherin (oder war's der Redakteur?) diesen doch leider unglücklichen Faux-pas: Es sei ja auch nicht zu erwarten gewesen, dass einmal ein „Schwarzafrikaner“ wie Obama ins Weiße Haus einziehen würde. Ja. Schwarzafrikaner.

Da hat Michael Jackson die Nachrichtenleute mit seinem chamäleonhaften Farbwandel ziemlich durcheinander gebracht.

En Vogue sangen mal „Free your mind, and the rest will follow. Be color-blind, don't be so shallow!“. Ist aber wohl noch was hin, bis dann auch der Rest folgen kann.

Hier noch mal der ganze schöne O-Ton:
"Auch, wenn Michael Jacksons Haut immer bleicher wurde, dass einmal ein Schwarzer der größte Popstar aller Zeiten sein würde, hätten viele im Amerika der Rassenunruhen, als Jackson geboren wurde, noch nicht geglaubt. Mittlerweile sitzt ein Schwarzafrikaner sogar im Weißen Haus in Washington und empfängt Regierungschefs aus aller Welt. Heute kam eine Chefin aus Deutschland..."
Nachzusehen ab Minute 5:53 im Tagesthemen-Archiv, Sendung vom 26.6.2009

P.S.: Dass und wie die Hautfarbe bei Jackson und Obama in den Medien weiterhin zum Thema gemacht wird, gäbe Stoff für mindestens eine schöne Dissertation. Diese Sequenz wär auf jeden Fall eine gelungenes Beispiel dafür, wie man's lieber nicht macht. Inklusive der überbetonten Chefin (Wahnsinn!'Ne Frau ist Bundeskanzler!)

Siehe auch @Haselnusstafel.